Aufnahmeverfahren

Die Burgschule Nagold ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
Schülerinnen und Schüler werden an der Burgschule in der Regel nur aufgenommen, wenn das Staatliche Schulamt einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot mit dem Förderschwerpunkt Lernen festgestellt hat.
Um diesen Rechtsanspruch zu erhalten, durchlaufen die Kinder und Jugendlichen regulär ein festgelegtes Verfahren.

Stufe 1: Aufgabe der Regelschule

Die allgemeine Schule (meist die Grundschule) muss eine den Ansprüchen des Kindes gerecht werdende individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung anbieten. Dies sollte in Zusammenarbeit mit der Beratungslehrerin der allgemeinen Schule und ggf. weiteren Beratungs- und Unterstützungsangeboten erfolgen. Die Lern- und Entwicklungsbegleitung wird dokumentiert und mit den Erziehungsberechtigten abgestimmt.

Stufe 2: Kooperation zwischen Regelschule und SBBZ

Sollte trotz der durchgeführten Fördermaßnahmen immer noch ein erhöhter Beratungs- und Unterstützungsbedarf bestehen, kann mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten der Sonderpädagogische Dienst kontaktiert werden.

Die allgemeine Schule nimmt über das Formular „Kontaktaufnahme der allgemeinen Schule mit dem Sonderpädagogischen Dienst im Rahmen einer individuellen Förderung und Unterstützung“ mit dem Sonderpädagogischen Dienst Kontakt mit dem zuständigen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum auf. Diesem Formular werden der „Pädagogische Bericht“ und die Dokumentation der bisher durchgeführten Förder- und Unterstützungsmaßnahmen beigefügt.
Die entsprechenden Dokumente können auf der Homepage des Staatlichen Schulamtes Pforzheim heruntergeladen werden.
Ziel der Kooperation mit dem Sonderpädagogischen Dienst ist die Erstellung eines Förderkonzepts, das den Verbleib der Schülerin/ des Schülers an der allgemeinen Schule ermöglicht.



Stufe 3: Überprüfung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot

Haben sich die ersten beiden Stufen als unzureichend erwiesen, stellen die Eltern gemeinsam mit der Regelschule den „Antrag auf Überprüfung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot“ beim Staatlichen Schulamt Pforzheim.
Das Schulamt beauftragt das SBBZ mit der Erstellung eines Sonderpädagogischen Gutachtens. Die hiermit beauftragte sonderpädagogische Lehrkraft des SBBZ´ erhebt den Lern- und Entwicklungsstand des Kindes – dabei werden Schule und häusliches Umfeld einbezogen. Das Gutachten wird schließlich mit den Erziehungsberechtigten besprochen und dem Staatlichen Schulamt Pforzheim vorgelegt.

Stufe 4: Feststellung und Umsetzung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot

Auf Grundlage des erstellten Sonderpädagogischen Gutachtens wird im Staatlichen Schulamt Pforzheim über die Feststellung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot entschieden.
Sollte bei einem Kind der Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Förderschwerpunkt Lernen vom Staatlichen Schulamt Pforzheim festgestellt werden, kann dieser Anspruch an der Burgschule Nagold oder in einem inklusiven Bildungsangebot an einer allgemeinen Schule umgesetzt werden.
Lehrkräfte des SBBZ und ggf. Mitarbeiterinnen des Schulamts beraten die Eltern bei der Entscheidung über einen geeigneten Schulort. Der Wunsch der Eltern ist handlungsleitend.
Beim Wunsch nach einem inklusiven Bildungsangebot ist der Schulort nicht frei wählbar. Entscheidungsträger hierfür ist das Staatliche Schulamt Pforzheim.

 

Rückschulung an die Regelschule

Bei Schülerinnen und Schülern des SBBZ´ ist regelmäßig zu prüfen, ob die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Besuch der Regelschule (wieder) bestehen.
Erscheint dies als möglich, vereinbart das SBBZ in Absprache mit den Eltern eine „Probezeit“ an der Schule des Wohnbezirks, meist zu Beginn eines Schuljahres. Nach einer angemessenen Frist (meist 8 Wochen, verlängerbar bis zu einem halben Jahr) entscheidet die Regelschule über den Erfolg der Unterrichtsteilnahme.
War diese erfolgreich, wird die Schülerin/ der Schüler an der Regelschule aufgenommen, im anderen Fall besucht sie/ er wieder den Unterricht des SBBZ´.
Geeignete Zeiten für den probeweisen Besuch der Regelschule sind der Beginn der zweiten Klassenstufe (Probezeit dann in Klasse 1 der Grundschule) und zu Beginn der sechsten Klassenstufe (Probezeit dann in Klasse 5 der Werkrealschule oder Gemeinschaftsschule), in einzelnen Fällen auch nach der siebten Klassenstufe.
Im Zweifelsfall kann es für ein Kind besser sein, das SBBZ bis zur Abschlussklasse zu besuchen und im darauf folgenden „Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf“ an der beruflichen Schule einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu erwerben. Nach wie vor gilt, dass für Abgängerinnen und Abgänger des SBBZ´ mehr ausbildungsbegleitende Hilfen bestehen als für Werkrealschüler.

 

Graphische Darstellung des Aufnahmeverfahrens

Die verschiedenen Stufen des Verfahrens sehen Sie hier graphisch dargestellt: